Brasilianische Musik
Brasilien ohne Samba
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Brasilien musikalisch neu entdecken, das heißt, sich einzulassen auf das Land und seine reiche, differenzierte Kultur, abzusehen von Bekanntem und Berühmtem, weiterzugehen als bis zu Samba und Bossa Nova oder solch bekannten Komponisten wie Villa-Lobos, Caetano Veloso, Gilberto Gil, Vinicius de Moraes. Denn Brasiliens Musiklandschaft ist komplexer, sie hat eine lange Geschichte, die zudem eng mit der europäischen Kulturgeschichte, mit der europäischen Kolonisierung des Landes seit deren Anfängen im Jahre 1500 verbunden ist.
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Elias Lobo |
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Als Kolonie Portugals unterstand Brasilien schon früh dem Einfluss der Jesuiten, die mit ihrem Missionierungsvorhaben ins Land kamen und dort Musik als ein Instrument einsetzten, um die Bevölkerung für sich und ihren Glauben zu gewinnen. Ihre Zielgruppe waren vor allem die eingeborenen Indios und die vom 16. bis ins 19. Jahrhundert als Arbeitskräfte aus Afrika verschleppten Sklaven. Verloren ging die ursprüngliche Charakteristik der Musik dieser Gruppen allerdings nicht. Vor allem die afrikanische Musiktradition mit Trommel, Gesang, Händeklatschen und Tanz prägte in ihrer eigentümlichen Beschaffenheit Brasiliens Musik entscheidend.
Das musikalische Leben von Bürgertum und Adel war von anderem Charakter, wenn auch hier der europäische Einfluss deutlich war. In Rio pflegten Adel und wohlhabende Bürger die Kultur des Salons, so wie sie in europäischen Großstädten gang und gäbe war. Die dort gespielte Salonmusik, oft gefühlsbetonte Lieder, sogenannte Modinhas, hat ihre musikalischen Wurzeln in Portugal, Frankreich und Italien, Ländern, aus denen Auswanderer nach Brasilien kamen. 1794 wird in den Salons von Vila Rica zum ersten Mal das 3. Quartett op. 3 von Haydn gespielt.
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Chiquinha Gonzaga |
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In Brasilien existieren seit dem 18. Jahrhundert verschiedene kleine „Casas de Opera“. Die erste brasilianische Oper heißt „Marília de Itamaracá“, ihre Musik lieferte ein deutscher Musikprofessor und Komponist: Adolfo Maersch. Als erste wirklich brasilianische Oper gilt die um 1860 vorgestellte „A Noite de Sao Joao“ mit Musik von Elias Alvares Lobo. Ein Jahr darauf legt Antonio Carlos Gomes seine erste Oper vor: „A Noite do Castelo“, und 1902 wird im Teatro Sao Pedro José de Arauja Viannas einzige Oper „Carmela“ uraufgefüht. |
Ernesto Nazareth
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Der Autor K. Wiernicki lebt in Köln und Rom. Er produzierte und moderierte über viele Jahre Musiksendungen für das deutsche und italienische Radio. Seit elf Jahren begeistert sich Wiernicki für die Musik Südamerikas. Alljährlich besucht er den Kontinent, lernte (fast) alle Länder kennen – sowie zahllose Musiker. Für die WDR-Sendung „Musikpassagen“ schrieb er unterhaltsame und lebendige Reportagen. .
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