Der plötzliche Spaziergang

Die Geschichte besteht aus zwei Sätzen. Die Peripetie, der Umschlag setzt mit dem zweiten Satz – mit dem »Unbehagen« an. Von Bewegungen zur Freiheit, die sich vor allem auch körperlich vermittelt.
Die Geschichte hat, in der Athmosphäre der Wohnung, dem Kartenspiel der Eltern, der Beklemmung, den Gassen, die man sich gut als »Prager« Gassen vorstellen kann, den Freunden, die man aufsucht um zu sehen, wie es ihnen geht – deutlich autobiografische Züge. Aber Kafka verbleibt nicht darinnen. Das Autobiografische ist nur wahrhaftiges Reservoir, selbst Empfundenes, von dem der Absprung zum Allgemeinen – bei Kafka immer gelingt. Er hat den Geschmack, den Takt dazu. Die Erzählungen machen sich an den eigenen Erlebnissen nur eben »ehrlich«, aber verbohren sich dann nicht darinnen.
Unverständlich ist diese Geschichte zum Beispiel gar nicht. Das Moment der Beklemmung wie auch der Befreiung ist vor allem körperlich vermittelt; auch das »Unbehagen«, daß plötzlich zum Aufbruch drängt – als körperliches Gefühl abgebildet.
Bei Kafka klingt immer vieles von Nietzsche an. Hier, das Wissen um das Leibliche, die »Zustände« als das eigentliche Moment des Denkens.

 

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