Ferdinand Scholz - Ocktavenmännchen Sissimo

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Dichtung ist erhabener Unfug. Denn sie fügt sich nicht in die gemein(schaftstiftend)e... mehr

Dichtung ist erhabener Unfug. Denn sie fügt sich nicht in die gemein(schaftstiftend)e Kommunikation des apriorischen So isses. / Sarrichdoch!. Anders gesagt: In ihr vermittelt in eben dem Maße, wie der Dichter sich selbst durch die Sprache vermittelt, die Sprache sich selbst durch den Dichter. Beide gewinnen aneinander Gewissheit. Oder verlieren sie durcheinander. Das Ausmaß der poetischen Möglichkeiten ist bestürzend. Sie setzen den Dichter in den Stand, die Sprachdschungel und -wüsten von den Rändern her räuberisch zu durchstreifen. Diese Ränder sind da, wo die Kohärenz des sprachlichen Zeichens nicht gewährleistet ist, in den vorsprachlichen Artikulationen, den semantischen Interferenzen, den sprachgeschichtlichen Sedimenten ? sie sind überall, wo die krude Magie eines unbestimmten Allsinns herrscht. Das Zentrum der Sprache ist da, wo Diskurs und Konsens ineins fallen, wo der sanfte Terror eines allbestimmenden Unsinns herrscht, wo das schwarze Loch der Kommunikation jede Artikulation verschlingt. In diesem unwegsamen Gelände legt der Dichter sich auf die Lauer, um in der Sprache zu wildern, getrieben von dem Drang nach Anverwandlung all dessen, was zwischen Rändern und Zentrum unterwegs ist, dem Material der Dichtung. Anders gesagt: Vor dem Sprung in die Sprache ist die Lauer, vor dem Ursprung der Dichtung ist der Kalauer. Mithin: Die Dichtung ist ein seltsames Spiel. Also doch eher ein ganz schöner Unfug.

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