Brasilien ohne Samba

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In der Reihe „Die Musik Südamerikas neu entdecken“. Zusammengestellt, kommentiert und... mehr

In der Reihe „Die Musik Südamerikas neu entdecken“. Zusammengestellt, kommentiert und vorgetragen von Krzysztof Wiernicki. (274 Min.)

Eine vielfältige und reiche Musiktradition Brasiliens gilt es immer noch abseits der Klischees von Samba oder Bossa Nova zu entdecken. Dabei lohnt es allein schon, nach den Wurzeln der Samba zu forschen. Sie entstand aus einer Mischung von Choro und Batuque – Musik, die in Vorstädten von Rio gespielt wurde. Aber was heißt Choro, was Batuque? Woher kommen diese beiden Genres? Oder was ist Lundu oder Modinha? Auf den beiden letztgenannten Stilen gründet Brasiliens romantisch-lyrische Musik. Deren Quelle ist zwar die Modinha, aber je rhythmischer und leidenschaftlicher, umso stärker der Einfluss von Lundu.
In der brasilianischen Musik gibt es zum Beispiel „o tango brasileiro“. Diese Musik entstand zwar vor dem argentinischen Tango. Der gleiche Name kennzeichnet aber absolut Unvergleichbares. Den Walzer hingegen importiert Brasilien aus Europa. Der Hof von König Joao VI wollte auf den europäischen Modetanz im Exil in Brasilien nicht verzichten. Der erste brasilianische Walzer wurde 1816 für den Prinzen Pedro I aufgeführt. Darauf folgten Walzer in verschiedenen Formen und Bedeutungen: Valsas de salao da Corte imperial, Valsas de bravura, Valsas caipiras, Valsinhas dos choros cariocas – bis zu den Walzern von Ernesto Nazareth; er komponierte in der Manier von Chopin. Tango sowie der mit diesem eng verwandte Maxixe waren die bevorzugten Rhythmen jener Komponistin, die sich in der brasilianischen Musikgeschichte verewigt hat: Chiquinha Gonzaga. Von ihr stammen nicht nur einige der berühmtesten Hits der Belle Epoque. Als „Offenbach im Rock“ wurde sie auch ihrer Operetten wegen gefeiert.

Brasilien kennt aber nicht nur unterhaltende Genres, auch ernste Musik hat dort eine große Tradition – und eine nicht minder interessante Geschichte. E-Musik heißt in Brasilien »musica erudita«, wörtlich übersetzt: »gelehrte Musik«. Aber ab wann schrieb man in Brasilien solche »gelehrte Musik«? Gibt es, wie beim Walzer etwa, eine Abhängigkeit oder andere Zusammenhänge mit europäischer Musik? Gibt es eine nationale, brasilianische Musik-Bewegung? Gibt es heute eine Avantgarde? Gibt es die brasilianische Oper, Kammermusik oder sinfonische Werke brasilianischer Komponisten?


Alle diese Fragen beantwortet der Autor des Hörbuches »Brasilien ohne Samba«. Aber nicht als Musikwissenschaftler für Fachkollegen. Wiernicki versucht ganz bewusst, nicht die systematische Musikgeschichte zu schreiben: Musikliebhaber wie Fans von Rhythmen und Melodien bekommen nachvollziehbare Antworten und Hörbeispiele.

Den Autor animierte die sagenhafte Vielfalt musikalischer Überraschungen auf seinen zahlreichen Recherche-Reisen in Brasilien. Er brachte alles, was ihn faszinierte und heute noch fesselt, zu Papier. Schließlich ließ er sich überzeugen, dass er seine Begeisterung am besten selbst weitergibt und mit Beispielen aus seiner umfangreichen Platten- und CD-Sammlung demonstriert. Diese Art der Präsentation ergibt sich aus einer romantischen Vorstellung: Wiernicki nimmt den Hörer gewissermaßen an die Hand, um ihn durch ein für ihn bis jetzt noch fremdes Musiklabyrinth zu leiten. Der Hörer kann so Brasilien auf eine ungewohnte Art und Weise musikalisch neu entdecken. Folgen auch Sie der Einladung zu einem Spaziergang, begleitet von unbekannten Klängen und Melodien aus Brasilien.

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